Eigeninitiative und Engagement

Eigeninitiative und Engagement

8. Regionaltreffen der Schulen ohne Rassismus im Regierungsbezirk Münster

Das Regionaltreffen von „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage“ im Regierungsbezirk Münster fand im Dezember 2017 bereits zum achten Mal statt. Veranstaltet wurde das Treffen von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus im RB Münster (mobim) und der Landeskoordination des Netzwerkes. Etwa 120 Schüler_innen und Lehrer_innen aus dem gesamten Regierungsbezirk trafen sich zum gegenseitigen Kennenlernen und Austausch. Um den Schüler_innen und Lehrer_innen die Möglichkeit zu geben tiefergehend in verschiedene Themen einzusteigen, wurden insgesamt sieben Workshops angeboten. Zum Abschluss der Veranstaltung stellte Nils Oskamp seine Graphic Novel „Drei Steine“ vor und ermöglichte den Teilnehmenden dadurch Einblicke in die rechtsextreme Szene Dortmunds der 1980er Jahre.

Nach einer kurzen von Klaus Brenken (Ansprechpartner für „Schule ohne Rassismus – Schule mit Courage im RB Münster) und Renate Bonow (Landeskoordination) moderierten Begrüßungsrunde wurden aktuelle Themen und Projekte im Plenum angesprochen und vorgestellt. Wieder einmal stellte sich heraus, dass die Schüler_innen mit viel Eigeninitiative und Engagement Projekte in ihren jeweiligen Schulen planen und durchführen. Anschließend wurden die verschiedenen Workshops vorgestellt und die Teilnehmenden konnten sich jeweils einem Workshop anschließen.

Workshops „auf Augenhöhe“

Der Workshop der DGB-Jugend hatte zum Ziel mit den Schülern und Schülerinnen über deren Rechte zu sprechen. Im Rahmen eines „Miniprojekts“ arbeiteten die Schüler_innen in Gruppen Fallbeispiele heraus, bei denen es um die Inanspruchnahme der eigenen Rechte und deren konkrete Anwendungsmöglichkeiten ging.

Gemeinsam mit dem Theaterpädagogen Ralf Melzow diskutierten die Teilnehmenden im Rahmen eines Theaterworkshops die über mögliche Signale und Wirkungen von Körperhaltungen. Dabei ging es vor allem um das Trainieren eines selbstbewussten Auftretens und einer offenen Körperhaltung, was auch anhand praktischer Übungen konkret erprobt wurde.

Das Projekt Life Back Home stellte die Themen Flucht und Migration in den Mittelpunkt. Im Rahmen des Workshops berichteten die Referent_innen von ihren eigenen Fluchterfahrungen, ihrem Ankommen in Münster und den Erfahrungen, die sie als Geflüchtete vor Ort machen. Anschließend konnten die Teilnehmenden Fragen stellen, sodass ein reger Austausch zwischen Referent_innen und Teilnehmenden entstand.

Rassismus- und Diskrimierungserfahrungen wurden spezifisch im Workshop des Netzwerks für Demokratie und Courage besprochen. Der Workshop bot den Schüler_innen den Raum sich sowohl über persönliche Diskriminierungserfahrungen auszutauschen als auch inhaltliche Inputs zum Thema zu erhalten. Die Teilnehmenden hatten dadurch die Möglichkeit sich auf verschiedenen Ebenen dem Thema zu nähern und dadurch Diskriminierungsprozesse kritisch zu reflektieren.

Die beiden Referenten vom Fanport Münster setzten sich mit dem Thema Rassismus und Sexismus im Fußball auseinander. Sie stellten rechtsextreme Codes der Fanszenen vor, lieferten einen Überblick über aktuelle rechtsextreme Fangruppierungen in NRW und stellten ihre Arbeit gegen Rechtsextremismus vor. Die Teilnehmende konnten hier eigene Erfahrungen mit Fußball und Rechtsextremismus miteinbringen.

Das Landesnetzwerk SCHLAU NRW bietet Workshops zum Thema geschlechtlicher und sexueller Vielfalt an. Im Rahmen dieser Workshops haben die Schüler_innen die Möglichkeit sich im Gespräch mit jungen lesbischen, schwulen, bi, trans*, inter* und queeren Menschen auszutauschen. Ziel des Workshops, der im Rahmen des Treffens von Engagierten der SCHLAU-Gruppe aus Gladbeck durchgeführt wurde, ist es Sensibilisierung bezüglich LGBTIQ* bezogener Themen zu schaffen und Kompetenzen gegen Homo- und Trans*phobie zu stärken.

Da nicht alle Workshops für Lehrer_innen zugänglich waren, fand zusätzlich ein von Renate Bonow moderierter Lehrer_innen Workshop statt. Dieser Workshop stellte ein offenes Forum zum Austausch von Projekten, Problemen und Herausforderungen dar. Unter anderem wurden Fragen zur Nachhaltigkeit der SoR-Arbeit besprochen. Hinzukommend tauschten die Teilnehmenden sich über Angebote vor Ort aus, um dadurch den Blick auch auf außerhalb der Schule zu legen.

Vortrag und Diskussion der Graphic Novel „Drei Steine“

Nach der Mittagspause fanden sich alle wieder im großen Saal zusammen, um der Lesung von Nils Oskamp“ zu lauschen. In dieser autobiographischen Graphic Novel „Drei Steine“ schildert Nils Oskamp seine Schulzeit in den 80er Jahren in Dortmund-Dorstfeld, wo er mehrfach Opfer rechter Gewalt wurde. Nils Oskamp erzählte eindrucksvoll von seinen Erfahrungen mit der neonazistischen Szene vor Ort. Die Teilnehmenden wurden anschließend aufgefordert Fragen zu stellen, sodass ein angeregter Austausch mit dem Referenten und den Teilnehmenden entstand.

Die Veranstaltung endete schließlich mit zahlreichen verschiedenen Eindrücken, neuen Ideen und Anregungen zum weiteren Austausch und Fortgang der SoR-Projekte.

Sylvia Weiß (Praktikantin bei mobim)