"Rassismus? Da fehlt noch was im Konzept"

„Rassismus? Da fehlt noch was im Konzept“

Knapp 140 Engagierte diskutierten am Dienstag, 12. Mai 2015, im JugendGästehaus am Aasee in Münster, welche konkreten Maßnahmen in der Region gegen Rechtsextremismus und Rassismus gefasst werden sollten. Eingeladen hatte die Mobile Beratung gegen Rechtsextremismus (mobim) aus Münster in Kooperation mit dem Ministerium für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport des Landes NRW.

Auf der Grundlage eines Eckpunktepapiers der Landesregierung diskutierten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer in unterschiedlichen Kleingruppen zu konkreten Handlungsfeldern wie „Sport“, „Kinder- und Jugendhilfe“, „Politische Bildung“ und „Schule“, aber auch „Polizei und Verfassungsschutz“, „Integration“ oder „Emanzipation“. Schon bei der Podiumsdiskussion zu Beginn der Veranstaltung wurde allerdings klar: es ist nicht einfach, alle Belange „unter einen Hut“ zu bekommen – die Diskussion über gewohnte Grenzen hinweg und auf Augenhöhe zwischen Mitgliedern von Bündnissen gegen Rechts, engagierten Antifaschisten, Behördenvertreterinnen, Politikern, Lehrerinnen und vielen anderen gesellschaftlichen Gruppen sahen die Teilnehmenden als Schritt in die richtige Richtung.

Vor allem die fehlende Perspektive der Betroffenen und Opfer rassistischer Vorkommnisse – vom „blöden Spruch“ bis zur rechten Gewalttat –, die Forderung nach Selbstkritik aller Beteiligten im Hinblick auf rassistische Verstrickungen sowie die mangelnden Konsequenzen in Bildungsarbeit und Sicherheitsbehörden aus dem NSU-Komplex sorgten für heiße Diskussionen.

Jürgen Schattmann stellte sich als Vertreter des MFKJKS der Kritik und hatte ein offenes Ohr für die Impulse von der Basis. Wie viele der Anregungen aus den insgesamt fünf Regionalkonferenzen in NRW schlussendlich in das Handlungskonzept der Landesregierung gegen Rechtsextremismus und Rassismus, das Ende des Jahres vorliegen soll, einfließen werden, wird sich zeigen. Heiko Klare von der Mobilen Beratung machte zum Schluss der Veranstaltung deutlich: „Wir werden immer meckern und unzufrieden sein, weil es immer noch etwas zu tun gibt – Stillstand und Zufriedenheit kann es in diesem wichtigen gesellschaftlichen Feld nicht geben.“