Neue Broschüre: „Hier kennt man sich…“

„Es war klar, dass wir uns nicht einschüchtern lassen“
Zivilgesellschaftliche Aktivitäten gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster

Die Mobile Beratung stellt mit Carsten Peters vom Münsteraner Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ eine neue Broschüre zu zivilgesellschaftlichem Engagement gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster vor.

font-size=“small“ Sturm, Klare und Peters bei der Vorstellung der neuen Broschüre

„Hier kennt man sich…“ – ein Gefühl, dass viele Menschen im Münsterland und im nördlichen Ruhrgebiet verbindet. Die Wege untereinander sind oft kurz und die AkteurInnen miteinander vertraut. In der Auseinandersetzung mit Rechtsextremismus und Rassismus ist das eine Chance, aber vielleicht auch eine Schwierigkeit, etwa wenn die rassistischen Sprüche nicht von irgendwem kommen, sondern von „unseren Jungs“, oder wenn Neonazis klar machen, dass sie wissen, wer sich für eine demokratische Kultur und gegen die extreme Rechte organisiert. Carsten Peters, Sprecher des Bündnis „Keinen Meter den Nazis“ Münster, ist es deshalb wichtig zu betonen: „Es ist klar, dass wir uns nicht einschüchtern lassen“ in der Auseinandersetzung mit den unterschiedlichen Herausforderungen, gerade auch in den aktuellen Debatten um die Unterbringung von Geflüchteten oder um die Vorgehensweise gegen rassistische Mobilisierungen wie die (angekündigten oder tatsächlichen) PEGIDA-Aufmärsche. Das kann anstrengend sein, aber „es lohnt sich, am Ball zu bleiben, sich nicht aus der Ruhe bringen zu lassen“ und auch von Drohungen oder Gewalt „Betroffene solidarisch zu unterstützen“, machte Peters bei der Vorstellung einer neuen Broschüre der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus (mobim) am Donnerstag im Geschichtsort Villa ten Hompel in Münster klar.

Michael Sturm und Heiko Klare, seit 2008 im Themenfeld beratend und unterstützend zwischen Gladbeck und Ibbenbüren im gesamten Regierungsbezirk unterwegs, haben die neue Veröffentlichung auf den Weg gebracht und dafür unter anderem Peters interviewt: „Uns war es wichtig, zum einen das breite Engagement in unserer Region für eine demokratische Kultur, etwa von Jugendparlamenten, von Musikinitiativen, klassischen Bündnisstrukturen oder Fachnetzwerken in die Öffentlichkeit zu bringen.“ Darüber hinaus bieten die nun vorliegenden gut 50 Seiten einen fundierten Überblick zu den unterschiedlichen Spektren der extremen Rechten im Regierungsbezirk und illustrieren mit einer fortlaufenden Chronik der Jahre 2010 bis 2015 schlaglichtartig extrem rechte und rassistische Vorkommnisse.

Die Broschüre „‚Hier kennt man sich…‘ – Zivilgesellschaftliche Aktivitäten gegen Rechtsextremismus im Regierungsbezirk Münster“ ist hier als PDF-Datei (ca. 3,13mb) abrufbar.

Eine Druckfassung ist kostenlos bestellbar unter kontakt@mobim.info bzw. 02 51/492-71 09.